Am Freitag, dem 2. Oktober 2026, konnten wir sieben Steine für Leo und Thekla Jagoda und ihre fünf Kinder verlegen, die in der Grazer Netzgasse 11 lebten und durch das Nazi-Regime vertrieben wurden. Anwesend bei der Verlegung waren 16 Mitglieder der Familie, die heute in den USA, Israel und Deutschland leben. Vor der Zeremonie konnte die Familie bei einem geführten Stadtrundgang mit Marco Jandl einiges über das Leben jüdischer Familien in Graz zu jener Zeit und anderer Familien, die wahrscheinlich mit den Jagodas bekannt waren, erfahren.
Danach war die Familie zu einem Empfang bei Bürgermeisterin Elke Kahr geladen, die die Besucher*innen im Namen der Stadt herzlich begrüßte und die Bedeutung von Offenheit und Sicherheit für alle Menschen, die heute in Graz leben, ein wichtiges Ziel ist, für das wir uns alle täglich engagieren müssen.
Am Nachmittag fand die feierliche Zeremonie statt, zu der Vereinsobmann Tristan Ammerer und Stadträtin Claudia Unger begrüßten. Heribert Macher-Kroisenbrunner, der die historischen Quellen zur Familie recherchiert hat, gab eine Einführung, danach berichteten zwei Familienmitglieder von den Erinnerungen, die bis heute in der Familie Jagoda weitergegeben wurden.
Besonders berührt war die Familie von der Gastfreundschaft der heutigen Hausbewohner*innen, die nicht nur an der Feierlichkeit teilnahmen, sondern auch ein kleine Besichtigung des Hauses ermöglichten.
Leo und Thekla gelang damals die Flucht, aber ihr Leben und das ihrer Nachfahren war für immer verändert. Mit dem Besuch der Jagoda-Familie hat sich ein Kreis wieder geschlossen und die Namen der sieben Menschen, die ihr Grazer Zuhause für immer verlassen mussten, werden im Gehsteig vor ihrem Heimathaus weiterleben.













