Verein für Gedenkkultur beantragt Umbenennung des Dr.-Hanisch-Wegs

26. Mai 2026
Straßenschild und Zusatztafel des Dr.-Hanisch-Wegs (Foto: Thomas Stoppacher)

Wir haben mit großem Interesse und tiefer Wertschäzung die Arbeit der Expert:innenkommission für Straßennamen verfolgt, die vor kurzem einen ausführlichen Tätigkeitsbericht vorgelegt hat. Im Rahmen unseres „Euthanasie-Schwerpunkts“ konnten wir allerdings einige Informationen zu Herrn Dr. Hanisch zusammengetragen, die unserer Ansicht nach eine Neu-Beurteilung dieser Person notwendig machen. Dr. Hanisch hat im Juli 1940 die Papiere unterzeichnet, die die Überstellung von 62 Patienten der Anstalt Kainbach in die Pflegeanstalt Feldhof ermöglichten bzw. veranlassten. Nach heutigem Stand der Forschung wurden zumindest 40 dieser Personen im Februar nach Hartheim „verlegt“ und dort ermordet. Unter den überstellten 62 Personen waren nach heutigem Forschungsstand unter anderem alle jüdischen Patienten.

Der Verein für Gedenkkultur Graz fordert daher aufgrund der Mitwirkung und Verbindung von Dr. Karl Hanisch an den NS-„Euthanasie“-Verbrechen eine Einstufung des Dr.-Hanisch-Wegs in „personenbezogene Straßennamen mit hohem Diskussionsbedarf“ und in weiterer Folge eine Umbenennung dieser Straße. Ein diesbezügliches Schreiben erging gemeinsam mit der Dokumentation der Recherche von Heribert Macher-Kroisenbrunner an die Grazer Bürgermeisterin, Vizebürgermeisterin, die Klubobleute und die Vertretung des Bezirks Ries.