Mit dem Jahreswechsel bietet sich die Gelegenheit, auf ein ereignisreiches Jahr 2024 zurückzublicken und erste Pläne für das Jahr 2025 vorzustellen.
Rückblick auf 2024: Ein Jahr voller Meilensteine
Im Januar feierte der Verein für Gedenkkultur feierte sein 10-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass fand am 27. Januar ein Abend im Graz Museum statt, der sowohl die Wegbegleiter:innen als auch die Unterstützer:innen des Vereins würdigte. Neben der Präsentation eines Kurzfilms über die jüdische Familie Weinberger wurden in einer „Diashow“ die Meilensteine der letzten zehn Jahre in Bildern dokumentiert und eine Broschüre vorgestellt, die listet alle bisher verlegten Stolpersteine auflistet – eine Neuauflage mit den Steinen von 2024 ist gerade in Arbeit.
Die Stolpersteinverlegungen des Jahres 2024 umfassten:
- Ida und Aurelia Weinberger in Leoben (12. September): Die beiden Schwestern wurden 1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet.
- 39 jüdische Medizinstudierende an der Universität Graz (15. Oktober): Die Verlegung fand am LKH-Universitätsklinikum statt und erinnerte an jene Studierenden, die 1938 vertrieben wurden. Ihre Namen und biografischen Daten wurden von heutigen Studierenden verlesen.
- Roman Langmann in Graz (29. November): Der politische Häftling und Kommunist überlebte das KZ Dachau und kehrte später nach Graz zurück. Seine Familie war bei der Zeremonie anwesend.
Ein weiterer Höhepunkt war die Enthüllung eines Gedenksteins mit Braille- und Schwarzschrift-Tafeln vor dem Odilien-Institut am 13. September. Dieser erinnert an Irene Ransburg und Gisela Kaufmann, zwei blinde Frauen, die während des Nationalsozialismus verfolgt wurden. Begleitend wurde eine Publikation in Großdruck- und Braille-Schrift herausgegeben – ein Novum für die Universität Graz. Besonders bewegend war die Teilnahme von Angehörigen aus Kanada, die für die Zeremonie angereist waren.
Die bereits bewährten Gedenkspaziergänge für Schulen und andere interessierte Gruppen wurden ganzjährig angeboten. Die Initiative „Putzen gegen das Vergessen“, bei der Grazer:innen allein oder gemeinsam im Frühjahr die Stolpersteine wieder auf Hochglanz bringen, erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit und ist ein fester Bestandteil des Gedenkkalenders.
Auch die wissenschaftliche Recherche wurde intensiv vorangetrieben. Der Verein unterstützte Gemeinden und jüdische Familien bei der Dokumentation von Biografien und bereitete Verlegungen vor.
Vorschau auf 2025
Das Jahr 2025 wird österreichweit und darüber hinaus ein großes Erinnerungsjahr werden. Wir planen hier Kooperationen und eigene Veranstaltungen – Details werden im Frühjahr bekannt gegeben.
Wir haben uns für dieses Jahr vor allem eine Fokussierung auf die Opfer sogenannter „Euthanasie“ vorgenommen und recherchieren derzeit zu einzelnen Biografien.
Eine erste Verlegung soll in diesem Jahr in Leoben stattfinden, in weiterer Folge dann auch in Graz.
Die Vermittlungsarbeit wird durch innovative Formate ergänzt. So werden durch Studierende der Uni Graz digitale Audiowalks zu Stolpersteinen in Graz ausgearbeitet, die Interessierte über die Actionbound-App im Alleingang nachvollziehen können.
Die Unterstützung von Gemeinden außerhalb Graz bei eigenen Stolperstein-Projekten stellt einen weiteren Schwerpunkt für dieses Jahr dar. Wir arbeiten daher an einem kurzen Handbuch, das die inhaltliche und organisatorische Abwicklung eines solchen Projekts abbildet und praktische Hilfestellung bieten soll.
Unterstützung und Mitarbeit immer gefragt
Wir freuen uns immer über alte und neue Unterstützer:innen, die unsere Arbeit ermöglichen und sich vielfältig engagieren:
Neben öffentlichen Förderungen finanzieren wir uns auch über Vereinsmitgliedschaften (20 Euro pro Jahr, ermäßigt 10 Euro, Fördermitglieder 50 Euro). Stolpersteine werden über Patenschaften finanziert (132 Euro). Spenden, die Buchung von Gedenkspaziergängen, Sponsoring von Publikationen etc. sind ebenfalls willkommen.
Auch durch inhaltliche und organisatorische Mitarbeit kann unsere Tätigkeit unterstützt werden – nehmen Sie/nimm einfach Kontakt auf!